Von Kopf bis Fuß: die Leiden des Menschen

Der Kopf, und wenn er weh tut
Aug' in Auge
Hälse, Nasen und Ohren
Der Atmungsapparat: bazillen-Einfallstor

Das Herz: Poesie und Infarkt
Der Kreislauf: macht Druck
Der Bauch: durch dick und dünn
Der Rücken: das Kreuz der Nation
Körper und Seele: Hand in Hand
Körper und Umwelt: Armut macht krank, Reichtum auch
Die Grenzen ärztlicher Kunst
Der Unterschied zwischen Heiler und Scharlatan

 
 

Bronchien täglich attackiert
Im Brustkorb findet sich das einzige Organsystem des Menschen, das ein Leben lang Sekunde um Sekunde intensiven Austausch mit seiner Umgebung pflegt: Die Lunge mit ihrem fein verästelten Bronchialsystem. Allerdings gerät neben dem lebenswichtigen Luftsauerstoff mit jedem Atemzug auch eine unüberschaubare Zahl von Krankheitserregern und Schadstoffen in dieses System von Luftröhrenverzweigungen und Lungenbläschen. Entsprechend viel Kundschaft führt dieses Phänomen in die Arztpraxen.

Erkältet? der Ton macht die Diagnose
Zwar wehrt ein gesunder Erdenbürger die meisten dieser Attacken auf sein Bronchialsystem problemlos ab, doch dieser Prozeß geht meist mit Husten einher. Das Standardprogramm beim Arzt schreibt deshalb das Abhorchen und Abklopfen des Brustraumes vor, von Profis auch „Auskultieren und Perkutieren” genannt. Ein gesundes, infektfreies Bronchialsystem leitet den Klang ein- und ausstrsmender Luft ohne weitere Nebengeräusche über die Wand des Brustkorbes an das ärztliche Stethoskop weiter.

Farbige Hinweise auf Viren und Bakterien
Im Fall einer Erkältung dagegen sorgt das Übermaß an Schleim in den Bronchien für ein buntes Bild an Rasselgeräuschen. Zusätzliche, optische Informationen steuern die materiellen Ergebnisse des Hustens bei: Eine schlichte Virusinfektion offenbart sich durch einen zarten Grünton des Schleimes; sind Bakterien beteiligt, zeigen sie sich dem kundigen Betrachter durch die gelbe Farbe.

Bakterielle Zweitinfektion bringt Ärzte auf Trab
Das Gefühl, wirklich gebraucht zu werden, keimt im Arzt auf, wenn er feststellt, daß sich zu einer virenbedingten Bronchitis eine sogenannte bakterielle Zweitinfektion gesellt hat und womsglich noch Fieber besteht. Bei einigen Patienten muß der Doktor mit Hilfe seines Rsntgenapparates prüfen, ob eine Lungenentzündung im Anmarsch ist. Besonders hartnäckig halten sich Infekte der oberen Atemwege und Bronchialasthma bei Zeitgenossen, die es noch nicht begriffen haben, obwohl sogar die - auch von der Tabaksteuer bezahlten - EG-Gesundheitsminister auf der Zigarettenschachtel darauf hinweisen: Tabakrauch schädigt die Gesundheit. Unter anderem wegen der gestsrten Reinigungsfunktion und permanenten Reizung der Atemwege. Und nicht allein sich selbst schädigen die unerbittlichen Raucher, sondern obendrein ihre Mitmenschen. Besonders unverständlich ist die Kombination von asthmakranken Kindern und vollen Aschenbechern im Wohnzimmer, die Haus- wie Notärzte aus der Fassung bringt.

Thema Rauchen macht Ärzte müde
Doch viele Ärzte fühlen sich beim Thema „Rauchen” furchtbar müde: Abertausende Mal schon hat Dr. med. Don Quichote seine Patienten in weitschweifenden, fruchtlosen und unbezahlten Diskussionen vor diesem Laster gewarnt. Bleibt ihm der Trost, daß es ohne den Tabak sicherlich nur halb so viele Bronchitis-Kunden gäbe.

 

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