Die lieben Patienten

Kinder in der Praxis
Der Patient alter Schule
Der Arzt und das Vertrauen
Der mündige Patient
Gern genommen: “rein pflanzlich"

 
 

Und sie glauben an den Doktor
Es gibt sie tats■chlich noch, die Patienten alter Schule, die unverdrossen an alle glauben, die einen weižen Kittel tragen. Gleichwohl bleiben sie nicht allzeit treu und zufrieden, der Doktor muž es ihnen schon recht machen. Ein schlichter Rat oder ein bew■hrtes Hausmittel genYgen nicht, es soll zumindest ein Abglanz hochentwickelter Medizintechnik sein. Schliežlich zahlen sie seit Jahrzehnten teure Krankenkassenbeitr■ge und nun mschten sie auch etwas geboten bekommen. Kurzum: Sie wollen Pillen, Rsntgen und Rezept. Das Rauchen aufgeben? Der Arzt muž mich doch wieder gesund machen, schliežlich hat er lange genug studiert.

Worte auf die Goldwaage

Der Archetypus dieser Patienten-Gattung der alten Schule h■ngt an den Lippen des Doktors. Jedes Wort dieser erfahrenen, studierten Fachkraft gehsrt schliežlich auf die Goldwaage. Heikel nur, wenn dabei die Gewichte nicht exakt geeicht sind: „Wir sollten ein Rsntgenbild machen, nur um ganz sicher zu gehen. In ■užerst seltenen F■llen kann ein Tumor dahinterstecken” ger■t allzuleicht zu der schrecklichen Botschaft „Oh Gott, ich hab' Krebs”. Da muž der Doktor z■hneknirschend eingestehen, daž zuviel Patientenaufkl■rung auch das Gegenteil bewirken kann.

50.000 Pillenpackungen im Regal
Das pillenfreundliche Patienten-Genre stirbt hierzulande nicht aus. DafYr sorgt schon die Pharmaindustrie, die sich rYhrend um ihre teure Kundschaft kYmmert: Rund 50.000 verschiedene Medikamente stehen hierzulande in den Regalen der Apotheken, das ist Platz Eins in der Welt. Kein Zipperlein, und sei es noch so winzig, als daž der Apotheker kein Mittelchen parat h■tte. In den USA gibt's lediglich 6.000 und in Grožbritannien nur karge 4.000 verschiedene Pr■parate. Und sie sterben trotzdem nicht aus, die Briten und Amerikaner.

Wirkungslos: die H■lfte aller Pillenpackungen
Vielleicht sind die Unterschiede im Ergebnis doch nicht so grož: Denn vermutlich mehr als die H■lfte der Pillen, die hierzulande Yber den Apothekentresen gereicht werden, landet im Abfalleimer. Die Pharma-Hersteller sehen den Umweg („Bypass”) der Wirkstoffe um die Patienten herum natYrlich gelassen bis zufrieden, l■žt doch das n■chste Rezept meist nicht lange auf sich warten.

 

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