Die lieben Patienten

Kinder in der Praxis
Der Patient alter Schule
Der Arzt und das Vertauen
Der mündige Patient
Gern genommen: “rein pflanzlich"

 
 

Gift im Kräutergarten
Gern diskutiert ein Arzt die Glaubensfrage, wenn's sein muß auch zehnmal am Tag, ob Naturheilmittel prinzipiell besser sind als industriell hergestellte, „chemische" Medikamente. Fest steht: Auch Naturheilmittel bestehen aus chemischen Substanzen; und sowohl in der Natur als auch in der Apotheke stehen genügend tödliche Gifte.

 
Auch Tabak ist rein pflanzlich.
 

Früher wurden Arzneien als Gemisch verschiedener Wirkstoffe ausschließlich aus Pflanzen und anderen Naturstoffen gewonnen, nicht aufgrund einer Überzeugung, sondern mangels anderer Möglichkeiten. Die Wirkungen dieser Stoffe lernte man im Laufe der Zeit durch Erfahrung kennen - probieren ging notgedrungen über studieren. Heute kann man reine Substanzen synthetisch herstellen. Die Vorteile reiner Substanzen liegen auf der Hand: Sie lassen sich präziser dosieren und in ihrer Wirkung überprüfen. Pflanzliche Extrakte bestehen dagegen aus einem Gemenge verschiedener Wirkstoffe und die Zusammensetzung schwankt von Ernte zu Ernte.

Pflanzenextrakt: wechselndes Gemenge

 
Alles ist Gift - es kommt nur auf die Dosierung an. Theophrast von Hohenheim, genannt: Paracelsus (1493/94 bis 1541)
  Ärzte setzen auf bekanntes
Ein Arzt hält sich vorzugsweise an Arzneien, deren Zusammensetzung er kennt, die keiner langwierigen Erklärungen bedürfen und einfach verfügbar sind. Selbstverständlich können das auch bewährte Naturheilmittel sein. So beschleunigt er nicht nur seine Arbeit, sondern mindert auch die Gefahr von bösen Überraschungen und Therapieversagern. Mit solch abstraktem Kalkül kann er natürlich bei so manchem Patienten, der auf Bachblüten-, Farb-, Edelstein- oder Urintherapie schwört, keinen Blumentopf gewinnen.
 
 

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