Die Abrechnung: Wie der Arzt an sein Geld kommt

Krankenscheine zu Geldscheinen
Gern gesehen: die Privatpatienten
Masse macht's: die Kassenpatienten
Preis und Leistung: die Honorare für ärztliche Leistungen

 
 

Rechnungen für Privatpatienten
Zählt ein Mensch zur wachsenden Minderheit der Privatpatienten, schickt ihm sein Arzt nach der Behandlung eine Rechnung. Der Patient sieht schwarz auf weiß, was der Arzt getan hat und was es kostet - ganz so wie bei einer Werkstatt-Rechnung. Streng genommen könnte ein Doktor für seine Bemühungen ein beliebig hohes Honorar fordern, sofern er sich vorher mit seinem Kunden darüber verständigt hat. Doch die privaten Krankenkassen erstatten nicht jeden Preis - und nur wenige Patienten möchten auf exorbitanten Rechnungen sitzen bleiben.

Katalog des ärztlichen Angebots
Üblich ist deshalb die Abrechnung gemäß der Gebührenordnung für Ärzte, kurz „GOÄ” genannt. In diesem Mammutwerk sind alle anerkannten ärztlichen Leistungen katalogisiert, teils einzeln, teils in Gruppen. Von der telefonischen Beratung (Nummer: 1, Punktzahl: 80, Gebühr: DM 9,12) über die Eröffnung der hinteren Schädelgrube (Nummer: 2518, Punktzahl: 2700, Gebühr: DM 307,80) bis hin zur mikroskopischen Untersuchung von Nerven/Rückenmark/Gehirn nach innerer Leichenschau (Nummer: 6018, Punktzahl: 300, Gebühr: DM 34,20) ist jede Katalogposition mit einer Nummer und einem DM-Betrag versehen. Allgemein anerkannt und von den privaten Versicherungen akzeptiert ist es, die Beträge mit dem Faktor 2,3 zu multiplizieren. Jede weitere Preiserhöhung erfordert eine Begründung.

 
 
Wer (an langen Winterabenden) seine Arztrechnungen entschlüsseln will, bekommt vom Verband der privaten Krankenversicherung in Köln die aktuelle Gebührenordnung für Ärzte, die GOÄ, zugeschickt.
 

Krankenversicherung erstattet die Arztrechnungen
Hat der brave Patient an der Rechnung vom Doktor nichts zu beanstanden, überweist er den Betrag und bekommt das Geld in der Regel von seiner privaten Krankenversicherung erstattet - sofern die Versicherung kein Haar in der Suppe findet. Kommt es zwischen Arzt und Patient zum Streit, reiben sich mindestens zwei andere Freiberufler die Hände: die Anwälte. Denn letztlich entscheiden die Gerichte.

 

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