Von Kopf bis Fuß: die Leiden des Menschen

Der Kopf, und wenn er weh tut
Aug' in Auge
Hälse, Nasen und Ohren
Der Atmungsapparat: bazillen-Einfallstor

Das Herz: Poesie und Infarkt
Der Kreislauf: macht Druck
Der Bauch: durch dick und dünn
Der Rücken: das Kreuz der Nation
Körper und Seele: Hand in Hand
Körper und Umwelt: Armut macht krank, Reichtum auch
Die Grenzen ärztlicher Kunst
Der Unterschied zwischen Heiler und Scharlatan

 
 

Füllt Praxen und Poesiealben: das Herz
Eigentlich ist das Herz lediglich ein etwa faustgroßer Hohlmuskel im Brustkorb auf der linken Seite. Doch es hat nicht nur seit Jahrhunderten die Poeten inspiriert, sondern führt auch Tag für Tag viele Menschen in die Arztpraxen und Krankenhäuser. So nimmermüde dieses robuste Marathon-Organ auch arbeitet; seine Bedeutung sichert ihm viel Aufmerksamkeit und gibt Anlaß für zahlreiche Arztbesuche, zumal auch gern seelische Probleme auf diese Pumpe projiziert werden.

Tatsächlich: zwei Herztöne

Schon der Herzton zeigt, daß das Pumpen des Herzens eine aufwendige Angelegenheit ist: So lassen sich mit Hilfe des Stethoskops bei jedem Herzschlag zwei charakteristische Geräusche wahrnehmen: Ziehen sich die Herzkammern zusammen, ertönt ein dumpfer Ton, der erste Herzton. Schließen sich die Klappen der Hauptschlagader und der Lungenschlagader, damit das frisch gepumpte Blut nicht wieder zurückfließt, klingt der zweite Herzton. Öffnen oder schließen diese Ventile nicht einwandfrei, entstehen im Takt des Herzschlages Nebengeräusche etwa der Art, als würde man einen laufenden Wasserhahn mit dem Finger teilweise zuhalten.

Aufregend: Herzströme messen
Die rhythmischen Schläge des Herzens werden durch zarte elektrische Impulse ausgelöst. Eine Glühbirne können diese elektrischen Ströme sicher nicht leuchten lassen, doch ein teurer Apparat - der Elektrokardiograph, kurz EKG, vermag sie aufzuzeichnen. Mit solch einer Maschine samt ihrer vielen Kabel und Monitore flößt der Arzt nicht nur Respekt ein, sondern prüft auch die Steuerung des Herzens: Das EKG eines Gesunden zeigt ein rhythmisches Bild mit genau definierten Wellen und Zacken. Veränderungen in diesem Bild können viele Ursachen haben. Gelegentlich leidet der arme Patient tatsächlich an Herzrhythmusstörungen oder anderen Problemen rund um die Pumpe. Manchmal ist aber auch nur das teure Gerät kaputt.

EKG auch ohne Arzt
Einen großen Vorteil hat so ein EKG-Gerät: Es funktioniert auch ohne den Arzt. Während seine Helferinnen das Geld damit verdienen, kann er sich schon dem nächsten Patienten widmen.

Parfüm kann EKG verfälschen
Doch auch wer das normale EKG mit Prädikat absolviert, hat noch lange nicht seine Gesundheit bewiesen. Es gibt schließlich noch das sogenannte Belastungs-EKG: Dazu muß der Kandidat auf einem festgeschraubten Trimmrad ackern, während das EKG seinem Herzen unter dieser körperlichen Belastung zuschaut. Treten schon vor der Abfahrt Anomalien auf, könnte es vielleicht am Parfüm der Sprechstundenhilfe oder dem Rasierwasser des Assistenzarztes liegen. Seit einigen Jahren gibt es computergesteuerte EKG-Geräte, die nicht nur die Herzströme aufzeichnen, sondern sogar die Kurven deuten und die Diagnose samt Therapievorschlag ausspucken. Dennoch: Bis zum ersten Arztroboter ist es noch ein weiter Weg.

 
 

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