Von Kopf bis Fuß: die Leiden des Menschen

Der Kopf, und wenn er weh tut
Aug' in Auge
Hälse, Nasen und Ohren
Der Atmungsapparat: bazillen-Einfallstor

Das Herz: Poesie und Infarkt
Der Kreislauf: macht Druck
Der Bauch: durch dick und dünn
Der Rücken: das Kreuz der Nation
Körper und Seele: Hand in Hand
Körper und Umwelt: Armut macht krank, Reichtum auch
Die Grenzen ärztlicher Kunst
Der Unterschied zwischen Heiler und Scharlatan

 
 

Schon mal beim Blutabnehmen fast ohnmächtig geworden? Oder so richtig in Grund und Boden geschämt und rot angelaufen? Treiben Angst, Wut, Streß und Ärger auch Ihren Blutdruck in die Höhe? Kein Zweifel, Körper und Seele korrespondieren überaus intensiv.

Hand in Hand: Körper und Seele
Das haben die Mediziner bereits um die Jahrhundertwende erkannt, flugs von den alten Griechen die Fachbegriffe „Psyche” (Seele) und „Soma” (Körper) entliehen und die „Psychosomatik” aus der Taufe gehoben. Psychosomatik, das ist die Lehre von dem Zusammenhang zwischen Körper und Seele.

Nur zögerlich die Seele wahrgenommen
In den heutigen Sprechstundenalltag ziehen die gar nicht so neuen Erkenntnisse allerdings eher zögerlich ein. Denn hierzulande wird in erster Linie Schulmedizin praktiziert, die ärztliches Handeln auf wissenschaftlich einwandfreie Fakten stellt. Einem Arzt, der Dinge unterläßt - und sei es aus Überzeugung -, die er laut Lehrbuch nicht hätte versäumen dürfen, drohen Kunstfehler-Klagen, die ihn um Haus und Hof bringen könnten. Also bemüht ein sorgsamer Mediziner im Zweifel zahllose Tests und Untersuchungen. In die starren Raster fügt sich die menschliche Seele aber nicht recht ein und steht deshalb bei der Ursachensuche leicht hintan.

Seele paßt nicht in starre Raster
Trotz alledem: Der Damm ist gebrochen und die Psychosomatik zieht in das Bewußtsein ein. Zum Glück schwingt dabei das Pendel nicht wieder ins andere Extrem: Die psychosomatische Medizin vernachlässigt keineswegs die rein körperlichen Ursachen einer Erkrankung. Wohl aber widmet sie der seelischen Seite die gebührende Aufmerksamkeit und verfolgt ihren Einfluß bei der Entstehung, im Verlauf und in der Therapie von Erkrankungen.

Mancher Patient will Pillen statt Klarheit
Psychosomatische Erkrankungen lassen sich zumeist nicht nach dem schlichten Schema „eine Ursache - eine Pille” behandeln. Meist benötigt der Arzt mehrere Gespräche mit dem Patienten, einerseits um sich selbst Klarheit zu verschaffen, andererseits um auch den Patienten zu überzeugen. Schließlich fällt es so viel leichter, Pillen gegen zu viel Magensäure zu schlucken, als die eigene Konfliktsituation einzugestehen oder gar anzugehen. Dabei kennt eigentlich jeder das gute Gefühl, sich seinen Kummer von der Seele zu reden. Trotzdem gestaltet sich bisweilen der Einstieg in solch ein Gespräch schwierig, denn sobald der Arzt auf psychische Probleme zu sprechen kommt, hört er allzuoft von seinem Patienten: „Ich bin doch nicht verrückt!”.

 
 

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